motorrad

Motorradfahren auch im Sommer: Funktionskleidung für hohe Temperaturen

demonerosso motorrad

Demonerosso

15 Juni 2026

6 min

Gerade bei Hitze sollte man nicht unvorsichtig werden: Hier sind unsere Tipps, wie Sie sich auch im Sommer auf dem Motorrad schützen können.

Auch im Sommer und bei hohen Temperaturen ist es unerlässlich, sich beim Motorradfahren ausreichend zu schützen

Funktionskleidung aus Mesh-Gewebe gibt Schutz und ist gleichzeitig äußerst kühl und atmungsaktiv

Motorradhandschuhe schützen die Hände vor Abschürfungen und Stößen, aber auch vor Sonneneinstrahlung

Perforierte Lederkleidung und Ganzjahresanzüge sind gute Alternativen zu Kleidung aus Stoff

Da es keine eigenen Sommerhelme gibt, sind Modularhelme die beste Wahl, um mit heißem Klima zurechtzukommen

Mit Sommerbeginn und höheren Temperaturen sind viele Motorradfahrer versucht, ihre Kleidung so leicht wie möglich zu halten. In Wirklichkeit hält man der Hitze auf dem Motorrad eher stand, indem man sich nicht unbedingt weniger, sondern besser anzieht.

Technische Materialien, perforierte Einsätze und stetig weiterentwickelte Belüftungssystemeermöglichen es heute, auch im Hochsommer zu fahren und dabei ein hohes Maß an Schutz und Komfort zu bewahren. Denn wenn die Temperaturen steigen, ist nicht die Menge der Kleidung entscheidend, sondern was man trägt.

Es mag vielleicht unerwartet klingen, doch das Tragen von T-Shirts beim Fahren macht die Hitze nicht unbedingt erträglicher. Direkte Sonneneinstrahlung und heiße Luft führen schnell zu Ermüdung und Dehydrierung, was den Fahrkomfort und die Konzentration verringert. Bei steigenden Temperaturen ist es genauso wichtig, den Körper vor der Sonne zu schützen, und nicht nur vor Stürzen.

Smart Jacket LS

Smart Air

Die Sommer-Motorradjacke  

Das erste technische Kleidungsstück, das wir unter die Lupe nehmen, ist die Sommer-Motorradjacke. Es handelt sich um ein Kleidungsstück, das aus großen Mesh-Gewebe-Paneelen besteht – ein regelrechtes Netz, das einen großen Luftdurchlass bei gleichzeitig hoher Abriebfestigkeit bietet. Diese Paneele sind großflächig im vorderen Bereich, am Rücken und auch an den Armen angebracht.

Wie alle Motorradjacken verfügen natürlich auch die Sommermodelle über zertifizierte Protektoren an Schultern und Ellbogen sowie über eine Vorrüstung für den Rückenprotektor. Die für den Sommer am besten geeigneten Jacken sind mit ebenso perforierten Protektoren ausgestattet, um die Belüftung sogar an verdeckten Stellen zu fördern. Für mehr Vielseitigkeit kann die Sommer-Motorradjacke ein leichtes herausnehmbares winddichtes Futter enthalten, das bei kühleren Temperaturen nützlich ist.

 

Motorrad-Airbag auch im Sommer

Ergänzend zur Jacke gibt es die Motorrad-Airbagweste, mittlerweile zu jeder Jahreszeit unverzichtbar. Moderne elektronische Airbagsysteme agieren unauffällig effektiv und schützen lebenswichtige Bereiche wie Rücken, Brustkorb, Schlüsselbein und teilweise den Hals. Dank ihres schlichten Designs beeinträchtigen sie außerdem die Belüftung nicht, anders als man vielleicht annehmen mag. 

Es handelt sich um leichte und vielseitige Kleidungsstücke, die bei jeder Gelegenheit – auch Kurzstrecken – getragen werden können und sich mit jeder Jacke kombinieren lassen, sowohl darüber als auch darunter; vorausgesetzt, dass letztere für das Tragen unterhalb das zum Aufblasen des Beutels erforderliche Volumen aufweist.

Sommer-Motorradhose

Zur Motorradjacke gehört die passende Hose. Auch für den Unterkörper gibt es Kleidungsstücke aus Mesh-Gewebe, Sommer-Motorradhosen, die den Luftstrom maximieren: Sie stellen eine deutlich besser kühlende und bequemere Lösung dar als z. B. eine normale Jeans. Natürlich kommt die Sicherheit hier nicht zu kurz: Das Gewebe ist abriebfest, verfügt über zertifizierte Protektoren an den Knien und in vielen Fällen über weiche Protektoren an den Hüften.  

Jede bedeckte Oberfläche des Körpers ist eine geschützte Oberfläche und bewahrt sowohl vor Abschürfungen als auch vor Sonne und möglichen Verbrennungen.

 

Sommer-Motorradhandschuhe 

Oft unterschätzt, machen Motorradhandschuhe auch im Sommer einen grundlegenden Bestandteil der schützenden Funktionskleidung aus. Dabei geht es nicht nur um Sicherheit bei einem Sturz (oft kommen die Hände zuerst mit dem Boden in Kontakt), sondern auch um Schutz vor Sonne, Hitze und sogar Insektenstichen.

Die leichten Motorradhandschuhe für den Sommer bestehen aus belüftetem Gewebe; sportlichere Modelle können mit Ledereinsätzen ausgestattet sein. In jedem Fall ist die Handfläche verstärkt und Knöchelprotektoren sind integriert.

Karakum Ergo-Tek Gloves
Karakum Ergo-Tek Gloves
null
Springbok 3L Absoluteshell™ Jacket

Springbok 3L Absoluteshell™ Jacket

Springbok 3L Absoluteshell™ Jacket

Springbok 3L Absoluteshell™ Jacket

Motorradschuhe und -stiefel für den Sommer 

Auch der Schutz der Füße und Knöchel wird oft außer Acht gelassen, obwohl sie offensichtlich die Körperteile mit dem häufigsten Bodenkontakt darstellen: Stellen Sie sich vor, wie oft Sie anhalten und dabei nicht immer Glück haben. Außerdem gehören Fuß und Knöchel – insbesondere letzterer – bei einem Sturz zu den am meisten gefährdeten Partien. 

Für das Fahren im Stadtgebiet oder leichte Touren gibt es leichte und belüftete zertifizierte Sommer-Motorradschuhe, die mit perforierten Einsätzen im Obermaterial versehen sind. Sie sehen lässiger aus als herkömmliche Stiefel, lassen sich den ganzen Tag über tragen, besitzen jedoch stets eine vor Quetschungen schützende Sohle sowie Verstärkungen an Ferse, Zehenspitze, Knöchel und im Schaltbereich des Fußes.

Maximalen Schutz bieten in erster Linie jedoch Sommer-Motorradstiefel. Einige von ihnen wurden speziell für Langstrecken und sportliches Fahren entwickelt. Sommer-Touringstiefel verfügen in der Regel über eine undurchlässige Membran vom Typ Gore-tex®, die jedoch auf Atmungsaktivität optimiert und mit belüftetem Obermaterial kombiniert ist. Auch die sportlichen Sommer-Motorradstiefel unterscheiden sich von ihren Standard-Pendants durch den Schaft aus perforierter Mikrofaser.

  

Aktive Thermoregulierung: Funktionsunterwäsche 

Atmungsaktive technische Sommerunterwäsche stellt keine zusätzliche Schicht dar: Sie trägt zur Aufrechterhaltung einer konstanten Körpertemperatur bei und verringert so Ermüdungserscheinungen beim Fahren. Kennen Sie dieses unangenehme Gefühl, wenn verschwitzte Haut an Ihrer Jacke oder Hose klebt? Genau das, was ein Langarmshirt oder eine Funktionsstrumpfhose im Sommer verhindern können.

AGV Tourmodular

AGV Tourmodular

AGV Tourmodular

AGV Tourmodular

AGV Tourmodular

AGV Tourmodular

Motorradhelm für den Sommer 

Was den Schutz des Kopfes anbelangt, gibt es keine eigenen Sommerhelme. Manche Helme sind jedoch vielseitiger als andere. Die Belüftung spielt eine grundlegende Rolle: Effiziente Lüftungsschlitze und eine atmungsaktive Innenausstattung helfen, auch an heißen Tagen kühlen Kopf zu bewahren. In diesem Sinne gelten modulare Helme oft als beste Wahl für sommerliche Urlaubsausfahrten, da sie dank ihrer P/J-Homologation auch offen getragen werden können, was den Komfort bei niedrigen Geschwindigkeiten oder während der Stopps deutlich erhöht.

  

Mesh-Alternativen: perforiertes Leder und 4 Jahreszeiten

Wenn Sie einen sportlicheren Look suchen, können Sie als Alternative zu Stoff auch Funktionskleidung aus perforiertem Leder tragen. Ob Jacke oder Hose: Es ist nach wie vor das beste Material, wenn es um Abriebfestigkeit geht. Dies betrifft auf jeden Fall etwas schwerere Kleidungsstücke, die sich für das Fahren bei sehr heißem Klima weniger eignen. Stetige Begleiter sind Protektoren an Schultern und Ellbogen sowie Taschen für Rückenprotektor und Brustprotektor.

Sie suchen nach Kleidung, die Sie ganzjährig tragen können und die sich an ein breites Temperaturspektrum anpasst? Dann probieren Sie es doch mit 4-Jahreszeiten- oder All-Season-Anzügen.

Dabei handelt es sich um sehr vielseitige Kleidungsstücke, die dank ihrer Eigenschaften je nach gewählter Konfiguration völlig wasserdicht, thermisch oder belüftet sein können. Für gewöhnlich verfügen sie über herausnehmbare undurchlässige Membranen, Innenpolsterung und breite, verstellbare Lüftungsschlitze. In ihrer Sommerkonfiguration – ohne undurchlässige Membran und wenn alle Schlitze geöffnet sind – können sie auch in heißen Monaten Komfort bieten, insbesondere bei langen Touren mit unterschiedlichen Wetterbedingungen.

 

Das Prinzip, das man beim Motorradfahren im Sommer beachten sollte, lautet also ähnlich wie das, was die Bewohner der heißesten Wüsten der Welt dazu bringt, sich vollständig zu bedecken: eine Barriere zwischen dem Körper und der äußeren Umgebung schaffen. Für uns Motorradfahrer dient dies natürlich sowohl dem Schutz vor Stößen und Schürfwunden als auch dem Schutz vor vorzeitiger Dehydrierung und Ermüdung, verursacht durch längere Sonneneinstrahlung.