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SHANGHAI 2008: „THE DOCTOR“ ERTEILT EINE LEKTION

08.05.2008

by Viki, D-Club member

Fantastisch, einzigartig, einfach umwerfend, herrlich, perfekt, unnachahmbar – das ist Valentino Rossi, Protagonist eines Rennens, wie es im Handbuch steht, als ihn schon viele abgeschrieben hatten oder am Boden zerschmettert sahen. Entweder er gewinnt in China oder der Weltmeisterschaftstitel ist für ihn vorbei. 
Doch er, störrischer als ein Esel, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Er weiß selbst am besten, dass China für ihn die Wende sein muss, daran braucht ihn niemand zu erinnern. Nach den Trainingsläufen ist er zufrieden, auch wenn ihm die Pole Position durch die Lappen geht. Aber vielleicht ist es ja auch besser, wenn sein Ex-Teamkollege und Freund Colin Edwards vorne weg startet, anstatt vielleicht Stoner oder Pedrosa, weil Edwards voraussichtlich den Rhythmus des Rennens am wenigsten bis zum Schluss durchhalten kann.
Am Start hält sich Valentino bewusst aus allen Schwierigkeiten heraus und lässt Edwards die Strecke eröffnen, gefolgt von Pedrosa und Stoner. Er liegt an vierter Stelle, in der zweiten Runde überholt er Stoner, während Pedrosa im gleichen Moment Edwards hinter sich lässt. So findet sich Valentino hinter seinem Ex-Teamkollegen wieder, der ihn „abblockt“, während Pedrosa vorne das Weite sucht. Vale zögert nicht lange und setzt sich, nach einem schnellen Überholmanöver von Colin, an die Fersen von Pedrosa, während Edwards den dritten Platz gegenüber dem Australier verteidigt, der ihn allerdings nicht angreift. Wenige Runden und Rossi erreicht Pedrosa, den er in der sechsten Runde überholt, als noch 16 Runden bis ins Ziel fehlen.
In den hinteren Reihen finden wir inzwischen Marco Melandri aus Ravenna, der anscheinend Frieden mit seiner Ducati D16 geschlossen hat, sowie Jorge Lorenzo, der mit einem kaputten linken und einem angeschlagenen rechten Knöchel die Zähne zusammenbeißt, um über die Runden zu kommen. Er kämpft mit Dovizioso, che das Unmögliche versucht, um den Anschluss an die Besten nicht zu verlieren, obgleich er auf den Geraden 10 km/h hinter diesen zurückliegt. Entschlossen dreht er das Gas auf, während auch Loris Capirossi Positionen gut machen kann. Colin fährt eine Kurve schlecht an und muss sich von Stoner und seiner kleinen Gefolgsgruppe, bestehend aus Dovizioso, Melandri und Lorenzo, überholen lassen. Die zwei ganz vorne lassen eine große Leere hinter sich, und ohne sich im Geringsten zu schonen, fahren sie eine schnellste Runde nach der anderen. Nur um einen Anhaltspunkt zu liefern: Valentino und Dani bleiben konstant unter der 2-Minuten-Marke, mit Zeiten um 1'59'', während der erste der Verfolger mit einem Rückstand von 1'' / 1''2 pro Runde dreht, Zeiten, die sie selbst während der freien Trainingsläufe nicht annähernd erreicht haben – wobei hinzuzufügen ist, dass die klimatischen Bedingungen nicht gerade optimal waren. 
Drei Runden vor Schluss setzt sich Valentino endgültig durch, indem er seinen Rhythmus vorgibt, mit dem Pedrosa nicht mithalten kann. Nach der Zieldurchfahrt wird er kommentieren, dass er sich mit dem zweiten Platz „begnügt“ hat – aber was soll’s? Mit Rossi in Superform war es auf jeden Fall eine Superleistung, bis zum Schluss mit ihm mitzuhalten, auch weil Pedrosa vor allem seinen ersten Platz in der Gesamtwertung im Auge behält. Im Finale legt Jorge Lorenzo noch einmal zu und erreicht den vierten Platz, der nach dem Sturz am Freitagmorgen fast wie ein Wunder anmutet. Vale gewinnt - als letzter der möglichen Titelanwärter war er in diesen ersten vier Rennen noch nie als Erster unter der Zielflagge durchgefahren. Doch wenn die Bridgestone-Reifen weiterhin verlässlich mitarbeiten, kann man sicher sein, dass uns noch eine der härtesten und wohl auch unvorhersehbarsten Weltmeisterschaft erwartet.
Mit den vier ersten Piloten der Rangliste, die bisher einen Großen Preis gewonnen haben, steht es für die Reifenhersteller 2 zu 2 (Sieg von Stoner in Qatar mit Bridgestone, Sieg von Pedrosa in Jerez mit Michelin, noch ein Sieg von Michelin mit Lorenzo in Losail, und nun Valentino Rossi). Und jedes weitere Rennen verspricht somit noch sehr spannend zu werden.

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