Der Anzug von Giacomo Agostini
Agostini war die Nummer Eins, ein absolutes Talent und eine Klasse für sich. Niemand hatte jemals so viel im Motorradsport gewonnen. Als Lino Dainese 1975 Kontakt mit ihm aufnimmt, ist Ago gerade dabei, seinen fünfzehnten Weltmeistertitel einzufahren, den zweiten auf Yamaha.
Giacomo Agostini ist der Beste, der Erste schlechthin, und auch der Erste, der sich mit dem Gedanken anfreundet, dass der Anzug nicht nur eine zweite Haut sein soll, sondern vor allem ein Schutz. Dainese schneidert ihm Sicherheit, Passform und elegante Bewegungsfreiheit buchstäblich auf die Haut.
Ago ist anspruchsvoll, gewohnt, das Beste nicht nur zu geben, sondern auch zu haben, und die Arbeit mit ihm ist nicht immer einfach. Der erste Anzug, weiß-rot mit den Farben des Regenbogens, die einen Pfeil auf der Brust nachzeichnen, wird von Lino Dainese entworfen. Und Agostini schwimmt damit gegen den Strom. Bis dahin hatten alle Piloten ausschließlich auf geringes Gewicht gesetzt. Der große Tarquinio Provini war sogar soweit gegangen, die Fußraster zu durchlöchern, um gerade einmal zwanzig Gramm oder vielleicht noch weniger auf seiner Morini einzusparen. Aber weil Provini ein Meister war, blieb seine Philosophie lange Zeit vorherrschend. Der aus Bergamo stammende Agostini erkannte als Erster das folgende Prinzip: Bei gleichem Gewicht des Anzugs konnte man keine Sicherheit verlangen. Deshalb akzeptierte er einen Anzug mit einem höheren Gewicht, der aber gleichzeitig ergonomischer war. Giacomo war für seinen sauberen Fahrstil und seine elegante Position im Sattel seines Motorrads bekannt. Darauf wollte und konnte er nicht verzichten. Deshalb verlangte er nach einem noch engeren Anzug, der aber ausreichend Bewegungsfreiheit bietet. Dreißig Jahre sind seither vergangen, und Agostini verwendet immer noch den Dainese-Anzug, zu deren Verbesserung er wesentlich beigetragen hat.




"Bevor ich Lino Dainese kennenlernte, glaubte ich, die Rennanzüge müssten so dünn sein wie eine zweite Haut. Alle Piloten waren dieser Ansicht. Dann habe ich verstanden, dass ein Anzug auch ein Schutz sein kann, ohne dass die Passform darunter leidet."
Giacomo Agostini